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Höhere Zuverlässigkeit und geringerer Wartungsaufwand
Drehstrommotoren sind praktisch wartungsfrei, da die Stromübertragung hier nicht mechanisch über Kohlebürsten erfolgt, sondern elektromagnetisch und folglich kontaktlos. Zudem erfolgt der Fahrtrich-
tungswechsel anders als bei Gleichstrommotoren nicht über Richtungsschütze, sondern elektronisch. Ein regelmäßiger Austausch abgenutzter Kohlebürsten und Schütze sowie das Überarbeiten der Kollek-
toren entfällt daher. Außerdem sind Drehstrommotoren insgesamt unempfindlicher gegenüber Staub und Feuchtigkeit, so dass sie sich vor allem unter widrigen Einsatzbedingungen durch eine höhere Zuverläs- sigkeit auszeichnen.
Größere Leistungsfähigkeit Fahrzeuge mit Drehstromantrieb sind insgesamt leistungsfähiger und agiler, da Drehstrommotoren über
eine günstigere Drehmomentcharakteristik verfügen. Durch das konstante Drehmoment über ein breites Drehzahlband wird beispielsweise das Anfahren an Rampen oder die dynamische Beschleunigung mit
großen Lasten erleichtert. Auch der für Gleichstrommotoren charakteristische Drehmomentabfall bei ho- hen Drehzahlen wird vermieden, so dass höhere Geschwindigkeiten realisiert werden können.
Feinfühligeres Rangieren
Da sich Drehstrommotoren präziser regeln lassen, ermöglichen sie ein besonders feinfühliges Fahren. Auch Fahrtrichtungswechsel lassen sich weicher realisieren als bei herkömmlichen Gleichstrommotoren.
Dies ist vor allem dann besonders wichtig, wenn die Einsatzbedingungen präzises Rangieren auf engstem Raum erfordern. Unter sicherheitstechnischen Gesichtspunkten positiv zu würdigen ist die Tatsache, dass
Drehstrommotoren drehzahlgesteuert sind und die Fahrgeschwindigkeit daher unabhängig vom jeweiligen Streckenprofil unmittelbar mit der Stellung des Fahrpedals korrespondiert: Ein unbeabsichtigtes Beschleu-
nigen bei Bergabfahrt ist daher ausgeschlossen.
Angemessen niedriger Energieverbrauch Beim Vergleich von Drehstrom- und Gleichstromantrieben ist kaum eine Frage so umstritten wie die des
Energieverbrauchs. Fakt ist, dass die bei Drehstromantrieben erforderliche Umwandlung des von den Antriebsbatterien bereitgestellten Gleichstroms in Wechselstrom zu Energieverlusten führt. Diese Wir-
kungsgradnachteile werden jedoch durch den höheren Wirkungsgrad des Drehstrommotors kompensiert, so dass sich für beide Antriebsalternativen ein nahezu identischer Gesamtwirkungsgrad ergibt. Dass
diese elektrotechnischen Messergebnisse in einem gewissen Widerspruch zur Erfahrungswelt von Prakti- kern stehen, die Fahrzeugen mit Drehstromantrieb bisweilen eine etwas geringere Reichweite attestieren,
ist leicht zu erklären: Denn die größeren Leistungspotentiale des Drehstromantriebs bei Parametern wie Zugkraft, Beschleunigung und Geschwindigkeit werden in der Praxis selbstverständlich ausgeschöpft, so
dass ein Vergleich mit nominell gleich starken aber weniger leistungsfähigen Gleichstromfahrzeugen meist wenig aussagekräftig ist.
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